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Otto Bock

Otto Bock ist eine mittelständische Firmengruppe mit Sitz in Duderstadt, sie gliedert sich in drei Kernbereiche: Orthopädie, Kunststoffverarbeitung sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. 

Mitarbeiter: 5.047 (Stand Dezember 2011)

Konzernzentrale: Duderstadt

Leitung: Prof. Hans Georg Näder

Umsatz:  583,2 Mio. Euro (2011)

www.ottobock.de 
 

Allgemeine Anforderungen

  • Überdurchschnittliche fachliche und soziale Kompetenzen
  • Beherrschen der Landessprache und/oder sehr gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Interkulturelle Anpassungsfähigkeit
  • Überzeugungskraft und Organisationstalent

Otto Bock sucht grundsätzlich den Kontakt zu Orthopädiemechaniker-Meistern und Orthopädietechnikern.

 

 

Ausbildungsberufe 

Alles über die Ausbildungsmöglichkeiten für Abiturienten gibt es in der Ausbildungsbroschüre

Praktika

Die Otto Bock Firmengruppe bietet Praktika sowohl im technischen wie auch im kaufmännischen Bereich an. Die Einsatzdauer wird hierbei variabel gehandhabt und richtet sich nach den Fähigkeiten des Bewerbers bzw. der Bewerberin sowie den betrieblichen Anforderungen. Für eine erfolgreiche Bewerbung sollten schon Grundkenntnisse und -fähigkeiten auf dem jeweiligen Arbeitsgebiet vorhanden sein.

Bei Praktika für Studenten ist eine Immatrikulation an einer Hochschule / Fachhochschule Voraussetzung. Bewerber mit erfolgreich bestandenem Vordiplom haben bei der Vergabe Vorteile.

Mehr Informationen gibt es hier

Abschlussarbeit

Abschlussarbeiten mit hohem Praxisbezug: Otto Bock bietet eine Vielzahl möglicher Themen aus allen Geschäftsbereichen.

Um eine Abschlussarbeit in Zusammenarbeit mit der Otto Bock Firmengruppe zu schreiben, sollte zuerst geprüft werden, ob die Arbeit im Interesse des Unternehmens ist und ob das Einverständnis des entsprechenden Professors vorliegt. Gerne vergibt das Unternehmen hierbei Abschlussarbeiten an Studenten /-innen, die schon einmal als Praktikant /-in bei Otto Bock tätig waren oder die aufgrund ihrer Studienleistung von der Hochschule empfohlen werden.

Bei der Themenauswahl kann eine Unterstützung von Seiten der Otto Bock Firmengruppe erfolgen, wobei die letzliche Themenvergabe selbstverständlich auch hier der Universität bzw. Fachhochschule zukommt. Für die Dauer der Abschlussarbeit erhalten Sie als Werksstudent /-in einen Vertrag, verbunden mit einer entsprechenden Vergütung.

Eine Auflistung derzeit möglicher Abschlussarbeitsthemen können Sie den Websites der nationalen Ottobock Gesellschaften entnehmen.

Aktuelle Veranstaltungstermine sind derzeit nicht in unserer Datenbank hinterlegt. 

Services

Weltweit steht der Name Otto Bock für qualitativ hochwertige und technologisch herausragende Produkte und Dienstleistungen in der Orthobionic und Bionicmobility.

Die Aktivitäten des Unternehmens orientieren sich am Menschen: Ziel ist es, die Lebensqualität für Menschen mit Handicap zu verbessern: In der Prothetik bedeutet das, fehlende Körperteile durch möglichst funktionale Prothesen zu ersetzen. Analog dazu unterstützen Orthesen dauerhaft oder temporär eingeschränkte Körperfunktionen, therapeutisch oder prophylaktisch.

Neben diesen Kernbereichen der Orthobionic sind die Produkte der Bionicmobility ein weiteres Kompetenzfeld von Otto Bock. Dazu zählen zum einen das gesamte Programm elektrisch wie manuell angetriebener Rollstühle und Produkte für die Kinder-Rehabilitation. Zum anderen hat Otto Bock mit der Entwicklung von Neuroimplantaten die Tür zur Zukunft der Medizintechnik weit geöffnet.  

Otto Bock geht fest davon aus,dass die Neurostimulation zu atemberaubenden Möglichkeiten der medizinischen Versorgung führen wird. Schon jetzt hat die klinische Erprobung des ActiGait bewiesen, dass die von ihm ausgelöste Stimulation des Peronaeusnervs in der Lage ist, Schlaganfallpatienten mit Fußheberschwäche ihre sichere Gehfähigkeit wieder weitgehend zurück zu geben. Am 26. September 2006 erhielt ActiGait die Zulassung für den europäischen Markt. Die Elektrostimulation erweist sich als außerordentlich faszinierendes Forschungsprojekt. Als mögliche Anwendung soll sie inkomplett querschnittsgelähmten Patienten das Aufstehen und einige Schritte aus eigener Kraft ermöglichen.
 

Fortschritt hat Tradition

Im Jahr 1919 beginnt der Orthopädiemechaniker Otto Bock eine einzigartige Erfolgsgeschichte: In Berlin gründet er eine Firma, um tausende Weltkriegsversehrte mit Prothesen und orthopädischen Produkten zu versorgen.  Mit den traditionell handwerklichen Methoden war dieser Bedarf jedoch nicht zu decken. Deshalb realisierte Otto Bock seine Idee, Prothesenpassteile in Serienproduktion zu fertigen und direkt an die Orthopädiemechaniker vor Ort zu liefern. Damit legte er den Grundstein für die Orthopädische Industrie. Bald nach der Gründung zog das junge Unternehmen nach Königsee in Thüringen, der Heimat von Otto Bock. Von Anbeginn ließ er immer wieder neue Materialien auf ihre Verwendbarkeit für die Produktion testen, so dass er bereits Anfang der 30er Jahre Aluminiumteile in der Prothetik einsetzte. In dem stetig wachsenden Betrieb arbeiteten später bis zu 600 Beschäftigte.

Drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg traf das Unternehmen ein harter Schlag: Das gesamte Privatvermögen der Familie und die Fabrik in Königsee wurden entschädigungslos enteignet. Der schwierige Neubeginn im Nachkriegsdeutschland fand seine Basis im niedersächsischen Duderstadt. Hier hatte Otto Bocks Schwiegersohn Dr.-Ing. E.h. Max Näder seit 1946 eine neue Fertigungsstätte aufgebaut. Der Mangel an Fachkräften, Geld und Material stellte eine große unternehmerische Herausforderung dar. Dennoch behielt Max Näder die Firmenphilosophie bei, immer Ausschau nach neuen Ideen und Technologien zu halten.

Weltweite Expansion

Weil etwa das bevorzugte Pappelholz für den Prothesenbau kaum zu beschaffen war, suchte er Ersatz bei der Chemischen Industrie. So kamen ab 1950 die ersten Kunststoffe zum Einsatz, die teils heute noch verwendet werden. Max Näder erkannte damals das große Potenzial dieser neuartigen Werkstoffe und gründete 1953 die Otto Bock Kunststoff. Das Unternehmen ist heute ein wichtiger Technologie-Partner für die Otto Bock HealthCare sowie ein erfolgreicher Entwickler und Anbieter von Kunststoffen, etwa für die Automobilindustrie. Die dritte Säule der Unternehmensgruppe Otto Bock ist die Sycor. Hervorgegangen aus der EDV-Abteilung von Otto Bock, entwickelt sie in der Informations- und Kommunikationstechnik maßgeschneiderte Lösungen für Firmennetzwerke.

Sehr früh setzte Max Näder auch internationale unternehmerische Akzente. Schon 1958 leitete er die Expansion des Unternehmens ein und gründete Otto Bock USA in Minneapolis. Heute ist Otto Bock der einzige echte Global Player der Branche. Innovation blieb aber weiterhin die wichtigste Quelle des Wachstums: So setzte die Modular-Beinprothese ab 1969 weltweit einen technologischen Standard. Dieses Patent trug maßgeblich zur heutigen Marktposition des Unternehmens bei, denn es sicherte über zwanzig Jahre eine unangefochtene Marktstellung in der Beinprothetik. Ein weiterer Meilenstein der 60er Jahre war die Entwicklung der myolelektrischen Armprothesen, die durch Muskelsignale gesteuert werden konnten. Mit dem Einsatz von derart komplexen Technologien wandelte sich Otto Bock vom Hersteller einzelner Komponenten zum Anbieter kompletter Prothesensysteme. Damit kann das Unternehmen für Funktion und Qualität von Gesamtprodukten garantieren.

 

Werte

Drei Dinge waren bei Otto Bock schon immer selbstverständlich: Das Bekenntnis zur Innovation, der Mut zur Investition und das Selbstverständnis der Firmeninhaber als verantwortliche Bürger-Unternehmer. Ökonomie und Ökologie sind deshalb keine Gegensätze für das Unternehmen, sondern eine als ganzheitlich verstandene Herausforderung, die es mit Blick auf kommende Generationen zu meistern gilt. Neue Produkte werden bei Otto Bock mit Blick auf das Morgen entwickelt und fordern das hausinterne Umwelt-Management immer wieder zu neuen Ideen und Lösungen heraus.

Am größten Produktionsstandort Duderstadt werden umweltrelevante Emissionen in der Produktion fast vollständig vermieden. Der Energieverbrauch wurde im gesamten Unternehmen drastisch gesenkt, etwa mit der thermischen Verwertung von Produktionsabfällen, der Wärmerückgewinnung bei Lüftungsanlagen und dem Einsatz der Frequenzumformertechnik zur Stromeinsparung. Sortenreine Recycling-Systeme für Metall und Kunststoff sind im Unternehmen Standard.

Von großer Bedeutung ist das zukunftsorientierte, breitgefächerte Weiterbildungsangebot. Dieser partnerschaftliche Informationstransfer zwischen individuell versorgenden Orthopädie-Technikern unserer Kunden und dem Systemanbieter Otto Bock hat Tradition und basiert auf gewachsenen Strukturen. Bereits der Firmengründer führte seit den zwanziger Jahren Fachkurse durch. Diese bewährte Vorgehensweise setzte Dr.-Ing. E.h. Max Näder in Duderstadt fort und etablierte die Otto Bock Seminare.
 

Human Resources Development

Die enge Kooperation mit Universitäten, Fachhochschulen und anderen Bildungseinrichtungen begünstigt wirkungsvoll die Attraktivität für neue qualifizierte Mitarbeiter. Die Vergabe von Diplomarbeiten und Praktika im Unternehmen verschafft Studierenden schon während ihrer akademischen Ausbildung Einblicke in die berufliche Praxis. Ebenso besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit zu einem berufsbegleitenden Studium der Betriebswirtschaft. Darüber hinaus gibt Professor Hans Georg Näder, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, sein Wissen an die Studierenden der Privaten Fachhochschule Göttingen weiter, die ihn 2005 zum Honorar-Professor berufen hat. Im Oktober 2009 berief ihn die Capital University in Peking zu ihrem Gast-Professor.

Aufgabe der Ottobock Academy ist es, für die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter zu sorgen. Die Seminarinhalte zielen auf den technischen Bereich und ebenso auf Fremdsprachen-Kenntnisse, die unter anderem zu internationalen Einsätzen in der Ottobock Welt befähigen. Das Unternehmen unterstützt aktiv, dass Mitarbeiter Auslandserfahrungen gewinnen. Gesundheitssport und Kurse zur gesunden Ernährung runden das interne Programm ab.

Professional Education

Extern bietet die Ottobock Academy ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot für Kunden, die ihr Personal zielgerichtet weiterqualifizieren möchten. Dazu zählen auch produktspezifische Zertifizierungsseminare, die Voraussetzung sind, Hightech-Versorgungen am Patienten leisten zu können. Kompetenz und Erfahrung der Orthopädie-Techniker von Ottobock kommen in besonderer Weise bei den Paralympics zum Tragen, die im Mittelpunkt des internationalen Sportsponsoring-Konzepts des Unternehmens stehen. Bereits 1988 bei den Sommerspielen in Seoul begann das paralympische Engagement von Ottobock und wurde seitdem ständig ausgeweitet. Auch für die Paralympics 2012 in London hat das Organisationskomiteee LOCOG wieder Ottobock mit dem Technischen Service für die Athleten aus aller Welt beauftragt. 

Otto Bock Stiftung

Um die Fortbildung fachübergreifend zu fördern, gründete Dr. Max Näder 1987 die firmenunabhängige Otto Bock Stiftung. Ihre Symposien wie zum Beispiel über Ganganalyse und CAD/CAM-Systeme fanden internationale Anerkennung.

Die Erweiterung der Stiftungssatzung um "Tätigkeiten im mildtätigen Bereich" ermöglichte im Sommer 2002 eine schnelle Hilfe, als die Jahrhundertflut im Osten Deutschlands große Zerstörung und viel Leid anrichtete. Prof. Hans Georg Näder mobilisierte das gesamte Unternehmensnetzwerk für eine schnelle Hilfe. Er bat Geschäftspartner, Kunden und Niederlassungen von Ottobock auf der ganzen Welt, um Hilfe für die Spendenaktion "Hoffnung geben - Hoffnung leben". Vor Ort organisierten die Mitarbeiter von Ottobock mit viel Elan und Engagement ein großes Spendenfest, das dann von der ganzen Stadt unterstützt wurde. In kürzester Zeit kamen rund 500.000 Euro für Flutopfer zusammen.

Weil soziale Verantwortung eines Weltunternehmens nicht an Landesgrenzen endet, bringt sich Ottobock auch in internationale Hilfsprojekte ein. 

Das jüngste ist "Kinder in Not – Hilfe für Haiti". Am 12. Januar 2010 hat dort ein schweres Erdbeben die Infrastruktur komplett zerstört, Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen eingeschlossen. Schwere Verletzungen an Armen und Beinen haben zu Amputationen gezwungen, deren Zahl noch heute nicht genau zu bestimmen ist. Fest steht, dass viele Kinder davon betroffen sind.

Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, reichen Soforthilfen in Einzelfällen nicht aus. Kinder brauchen wachstumsbedingt mindestens alle 6 Monate eine orthopädietechnische Betreuung, um ihre Prothesen anzupassen und nötigenfalls auszutauschen. 

Aber seit dem Erdbeben ist auch die einzige Orthopädie-Werkstatt, die es in Haiti gab, nicht mehr nutzbar. Eine einzige würde ohnehin nicht ausreichen. Im Fokus der Otto Bock Stiftung steht, die Ausbildung von Orthopädie-Technikern im Land zu fördern.

Nationale / Internationale Hilfsaktionen seit 2002:
- Hoffnung geben - Hoffnung leben, Hochwasserkatastrophe Deutschland, 2002
- Hilfe für Khao Lak nach dem Tsunami, Thailand, 2004
- Kinder von Beslan, Geiselnahme an einer Schule in Beslan, Russland, 2004
- Gib Kindern eine Zukunft, Opfer der Naturkatastrophen in Asien, 2008 
- Kinder in Not - Hilfe für Haiti, Erdbebenopfer 2010